Maca: Das sagt die Forschung zur Wirkung auf Libido, Kinderwunsch und Wechseljahre
Laura Chrobok 25.06.2026
Kaum eine Pflanze wird derzeit mit so vielen gesundheitlichen Versprechen beworben wie Maca. Die Wurzel aus den peruanischen Anden gilt für manche als natürliche Unterstützung für Frauen und Männer in unterschiedlichen Lebensphasen. Andere sehen in ihr vor allem ein geschicktes Marketingprodukt. Doch was sagt die Wissenschaft?
Im heutigen Beitrag erfahren Sie, was Maca eigentlich ist, warum die Pflanze weltweit immer beliebter wird und welche Aussagen zu Libido, Kinderwunsch, Wechseljahren und Leistungsfähigkeit wissenschaftlich tatsächlich begründet sind.
Macas Tradition als Nährstofflieferant und Heilpflanze
Maca (Lepidium meyenii Walpers) wächst in den peruanischen Anden auf Höhen von über 3.500 Metern. Die Knolle wird seit Jahrhunderten verzehrt und gehört dort zu den bekannten Kulturpflanzen.
Die Pflanze, auch als „peruanischer Ginseng“ bekannt (was eine botanisch inkorrekte Bezeichnung ist) bildet eine bodennahe Rosette aus grünen Blättern. Verwendet wird vor allem die unterirdische Speicherknolle, die je nach Sorte verschiedene Farben haben kann, z. B. gelb, rot, violett, schwarz und weitere. Sie erreicht meist einen Durchmesser von etwa 3 – 8 cm und erinnert in ihrem Aussehen teilweise an eine kleine Rübe oder einen Rettich.
Neben Kohlenhydraten, Ballaststoffen und Aminosäuren enthält Maca verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Besonders werden sog. Macamide und Macaene erforscht (Gonzales, 2012).
Viele Nahrungsergänzungsmittel verschwinden nach kurzer Zeit wieder von der Bildfläche. Maca gehört dagegen zu den Pflanzen, die seit Jahren weltweit Aufmerksamkeit erhalten.
Das liegt vor allem daran, dass Maca mit Themen in Verbindung gebracht wird, die viele Menschen unmittelbar betreffen:
o Libido
o Kinderwunsch
o Fruchtbarkeit
o Energie
o Leistungsfähigkeit
o Wohlbefinden.
Klingt im wahrsten Sinne des Wortes vielversprechend. Fast zu schön, um wahr zu sein. Wird für diese Pflanze sehr fleißig kreatives Marketing betrieben – oder was ist wirklich dran? Schauen wir uns das genauer an ...
o Kann Maca die Libido beeinflussen?
Dies ist wahrscheinlich die bekannteste Anwendung von Maca.
Eine systematische Übersichtsarbeit von Shin und Kollegen wertete die verfügbaren Humanstudien aus und kam zu dem Ergebnis, dass Hinweise auf mögliche positive Effekte auf das sexuelle Verlangen bestehen. Gleichzeitig betonten die Autoren, dass weitere hochwertige Studien erforderlich sind, um die bisherigen Ergebnisse besser einordnen zu können (Shin et al., 2010).
Auch spätere Übersichtsarbeiten beschreiben die Forschungslage als vielversprechend, ohne bereits endgültige Schlussfolgerungen zuzulassen (Gonzales, 2012).
Die bisherige Datenlage erklärt also, warum Maca bis heute vor allem mit diesem Thema verbunden wird.
o Kann Maca die Fruchtbarkeit steigern?
Auch im Zusammenhang mit Kinderwunsch und Fruchtbarkeit wird Maca seit vielen Jahren diskutiert.
Einige Untersuchungen beschäftigten sich mit Parametern der männlichen Fruchtbarkeit und beobachteten Veränderungen der Spermienqualität. Die vorhandenen Studien sind jedoch häufig klein und erlauben keine endgültigen Aussagen.
Dennoch sehen Forscher die Ergebnisse als interessant genug an, um weitere Untersuchungen zu rechtfertigen (Gonzales, 2012).
Gerade deshalb gehört Fruchtbarkeit bis heute zu den am häufigsten diskutierten Themen rund um Maca.
o Was sagt die Forschung zu Maca in den Wechseljahren?
Die Wechseljahre gehören zu den Lebensphasen, in denen viele Frauen nach natürlichen Möglichkeiten suchen, ihr Wohlbefinden zu steigern. Deshalb wurde auch Maca in diesem Zusammenhang untersucht.
Studien beschäftigten sich u. a. mit:
o Hitzewallungen
o Schlafqualität
o Stimmung
o allgemeinem Wohlbefinden.
Es besteht weiterhin Bedarf an größeren und methodisch hochwertigen Studien, doch mehrere Untersuchungen liefern bereits interessante Hinweise auf mögliche positive Effekte (Meissner et al., 2006).
o Kann Maca die Leistungsfähigkeit unterstützen?
Die wissenschaftliche Literatur liefert hierzu bislang kein einheitliches Bild. Einige Untersuchungen berichteten über positive Veränderungen bestimmter Leistungsparameter, während andere keine eindeutigen Effekte nachweisen konnten.
Die Forschung auf diesem Gebiet ist daher noch nicht abgeschlossen (Gonzales, 2012).
Darreichungsformen und Dosierungsempfehlungen für Maca
In Deutschland wird Maca überwiegend als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Erhältlich ist die Andenpflanze als Pulver, Kapseln, Tabletten oder Extrakt. Besonders verbreitet sind Maca-Pulver zum Einrühren in Smoothies, Joghurt oder Müsli sowie Kapselpräparate für eine einfachere Dosierung.
Die empfohlene Verzehrmenge kann je nach Produkt und Hersteller unterschiedlich ausfallen. In wissenschaftlichen Studien wurden jedoch häufig Tagesmengen von etwa 1,5 – 3 g Maca eingesetzt (Shin et al., 2010; Gonzales, 2012).
Die vom Hersteller angegebene Empfehlung sollte beachtet und nicht ohne Weiteres überschritten werden.
Können beim Verzehr von Maca Nebenwirkungen auftreten?
Menschen mit Vorerkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollten eine geplante Anwendung ggf. mit medizinischem Fachpersonal besprechen, die meisten klinischen Studien berichten aber eine gute Verträglichkeit.
Fazit: Maca hat viel Potenzial
Die moderne Forschung beschäftigt sich seit Jahren mit möglichen Wirkungen auf Libido, Fruchtbarkeit, Wechseljahresbeschwerden und Wohlbefinden. Auch wenn viele Fragen noch nicht abschließend beantwortet sind, liefern die bisherigen Studien genügend interessante Hinweise, um das anhaltende Interesse an der Andenpflanze nachvollziehbar zu machen.
Gerade die Kombination aus traditioneller Nutzung und moderner Forschung macht Maca zu einer der spannendsten Pflanzen im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel.
FAQ – häufig gestellte Fragen zu Maca
1. Gibt es Unterschiede zwischen roter, schwarzer und gelber Maca?
Studien deuten darauf hin, dass sich die Zusammensetzung bestimmter Inhaltsstoffe unterscheiden kann. Ob daraus relevante Unterschiede für die Gesundheit entstehen, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.
2. Wie lange dauert es, bis mögliche Wirkungen von Maca auftreten?
In klinischen Studien wurden mögliche Veränderungen häufig nach mehreren Wochen beobachtet. Individuelle Unterschiede sind jedoch möglich.
3. Ist Maca ein Phytoöstrogen?
Nein, nach aktuellem Kenntnisstand gilt Maca nicht als klassische Quelle von Phytoöstrogenen.
Weitere Informationen, auch zu vielen anderen Themen, finden Sie neben unserem Blog in unserer Buchreihe „Medizinskandale“ und dem „Codex Humanus“, dessen fünfter Band kürzlich erschienen ist. Besuchen Sie gerne unseren Online-Shop.
Quellen:
· Gonzales, G. F. (2012): „Ethnobiology and Ethnopharmacology of Lepidium meyenii (Maca), a Plant from the Peruvian Highlands“, Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine.
· Shin, B. C., Lee, M. S., Yang, E. J. et al. (2010): „Maca (Lepidium meyenii) for Improving Sexual Function: A Systematic Review“, BMC Complementary and Alternative Medicine.
· Meissner, H. O., Mscisz, A., Reich-Bilinska, H. et al. (2006): „Hormone-Balancing Effect of Pre-Gelatinized Organic Maca (Lepidium peruvianum Chacon): Clinical Responses of Early-Postmenopausal Women to Maca in Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled, Crossover Configuration, Outpatient Study“, International Journal of Biomedical Science.