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Johanniskraut – Heilkraft für Haut, Hormone und das seelische Gleichgewicht

Johanniskraut wirkt gegen Depression – das ist weitläufig bekannt. Es wirkt aber auch gegen PMS, Neurodermitis und andere Beschwerden. Sanft, pflanzlich und wissenschaftlich belegt.

Wir möchten Ihnen einen Überblick über die heilenden Eigenschaften dieser vielfältig anwendbaren Pflanze verschaffen.

Kaum eine Heilpflanze hat eine so lange und vielfältige Geschichte wie das Johanniskraut (Hypericum perforatum). Oft als „natürliches Antidepressivum“ bezeichnet, fristet es ein Nischendasein – und das völlig zu Unrecht. Denn diese Pflanze hat es in sich: Ob bei depressiven Verstimmungen, hormonbedingten Stimmungsschwankungen oder entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis – Johanniskraut zeigt in Studien eine überraschend breite Wirkung.

 

Wirkstoffe mit System-Wirkung

Die auffällig gelb blühende Pflanze enthält eine ganze Reihe medizinisch relevanter Stoffe:

·        Hyperforin: hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin – antidepressiv wirksam

·        Hypericin: leicht MAO-hemmend, antiviral und antimikrobiell

·        Flavonoide und Tannine: wirken entzündungshemmend, antioxidativ, adstringierend (das Hautgewebe zusammenziehend).


Diese Kombination macht Johanniskraut zu einem echten Multitalent für das Innere wie äußerliche Wohlbefinden.

 

Johanniskraut stärkt unser größtes Organ ebenso wie unsere Psyche

Neurodermitis ist mehr als ein Hautproblem. Häufig geht sie einher mit Stress, Schlafmangel und (starker) psychischer Belastung – und genau hier setzt Johanniskraut doppelt an:

·        äußerlich entzündungshemmend (durch Flavonoide und Tannine)

·        innerlich nervenstärkend, stimmungsstabilisierend und stressreduzierend

Eine Studie (Schempp et al., 2003) belegte, dass eine johanniskrauthaltige Creme bei Neurodermitis zu signifikanten Verbesserungen führte – weniger Juckreiz, Rötung und bessere Hautbarriere.

Johanniskrautöl („Rotöl“) kann zudem bei kleinen Wunden, leichten Verbrennungen und irritierter Haut eingesetzt werden.

Auch die Effektivität bei der Behandlung von leichten bis mittleren Depressionen ist bestens belegt. Eine Meta-Analyse (Ng et al., 2017) kommt zu dem Schluss, dass Johanniskraut eine vergleichbare Wirksamkeit aufweist wie gängige Antidepressiva, jedoch mit deutlich weniger Nebenwirkungen.

Zusätzlich berichten viele Betroffene über Verbesserungen bei:

·        nervöser Unruhe

·        Reizbarkeit

·        Schlafproblemen

·        saisonal abhängiger Depression

Anwendung: 600 – 900 mg Johanniskraut-Trockenextrakt täglich, Wirkungseintritt meist nach 10 – 14 Tagen.

 

Pflanzliche Unterstützung für hormonelle Balance

Etwa drei von vier menstruierenden Frauen leiden unter prämenstruellen Beschwerden – körperlich wie emotional. Die Symptome reichen von unterschiedlichen Schmerzen über Reizbarkeit und Schlafstörungen bis hin zu depressiven Verstimmungen.

Hier kann Johanniskraut helfen. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie (Canning et al., 2010) zeigte sich, dass Johanniskraut PMS-bedingte Beschwerden signifikant lindern kann. Johanniskraut wirkt nicht hormonell, sondern über die Modulation von Neurotransmittern – und genau das ist bei PMS von Vorteil zu sein.

Auch wirkt es nicht sedierend (wie etwa Baldrian), sondern emotional stabilisierend. Es hilft dem Körper, wieder in seinen natürlichen Rhythmus zu finden. Bei Ein- und Durchschlafstörungen infolge innerer Unruhe oder hormoneller Schwankungen kann Johanniskraut eine sanfte, aber effektive Option sein.

Auch bei leichten Wechseljahresbeschwerden kann Johanniskraut eine sinnvolle, sanfte Alternative darstellen.

 

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen – wichtig zu wissen¹

Johanniskraut ist wirksam – wenn auch nicht ganz nebenwirkungsfrei.

Mögliche Nebenwirkungen:

·        Lichtempfindlichkeit (Photosensibilisierung)

·        Magen-Darm-Beschwerden

·        Kopfschmerzen

Achtung bei Wechselwirkungen:

Johanniskraut aktiviert Leberenzyme (CYP3A4), was die Wirkung anderer Medikamente abschwächen können, z. B.:

·        Antibabypille

·        Blutverdünner (z. B. Marcumar)

·        Immunsuppressiva

·        HIV- und Krebsmittel

Insbesondere wenn man Medikamente einnimmt, ist es ratsam die Anwendung von Johanniskraut-Produkten heilpraktisch oder ärztlich begleiten zu lassen.

 

FAQ – häufige Fragen zu Johanniskraut

1. Wie lange sollte man Johanniskraut einnehmen?

In der Regel über mindestens 4 Wochen.

2. Gibt es Wechselwirkungen mit Antidepressiva?

Ja, bitte nicht kombinieren mit SSRI/SNRI, da die Gefahr eines Serotonin-Syndroms besteht.

3. Ist Johanniskraut auch für Kinder geeignet?

Nur unter ärztlicher Aufsicht. Die Studienlage für Kinder ist begrenzt.

4. Was ist besser – Tee, Öl oder Tabletten?

·        Tee: leicht wirksam, gut bei Unruhe

·        Tabletten: geeignet für PMS, Depressionen, Stress

·        Öl: äußerlich bei Hautproblemen (z. B. Neurodermitis)

5. Wie schnell wirkt Johanniskraut?

Erste Effekte meist nach 10 – 14 Tagen, volle Wirkung nach 4 – 6 Wochen.

 

Johanniskraut: Eine Heilpflanze, die in jede Hausapotheke gehört!

Ob hormonelle Beschwerden, gestresste Haut oder depressive Verstimmungen: Johanniskraut ist nicht nur ein sog. „Stimmungskraut“. Es wirkt umfassend auf Nerven, Haut, Hormonsystem und Immun-Antwort – wissenschaftlich belegt und traditionell bewährt.

Mit seiner breiten Anwendbarkeit und guten Verträglichkeit ist Johanniskraut ein Paradebeispiel dafür, wie moderne Pflanzenmedizin Brücken schlagen kann – zwischen evidenzbasierter Therapie und naturheilkundlicher Weisheit!

Für weiterführende Informationen, auch zu PMS und vielen anderen Themen, stöbern Sie gerne in unserem Blog und besuchen Sie unseren Online-Shop. Dort finden Sie auch die Bände unseres Codex Humanus und der Reihe „Medizinskandale“.

 

Quellen:

·       Schempp, C. M. et al. (2003): „Topical treatment of atopic dermatitis with St. John's wort cream--a randomized, placebo controlled, double blind half-side comparison.“ Phytomedicine

·       Ng, Q. X. et al. (2017): „A Clinical use of Hypericum perforatum (St John's wort) in depression: A meta-analysis.“ J Affect Disord

·       Canning, S. et al. (2010): „The efficacy of Hypericum perforatum (St John's wort) for the treatment of premenstrual syndrome: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial.“ CNS Drugs

¹https://www.mayoclinic.org/drugs-supplements-st-johns-wort/art-20362212